Aus der Museumsgeschichte

Aus der Museumsgeschichte

De Heibergske Samlinger – Sogn Folkemuseum

Der Name des Heimatmuseums geht auf seinen Gründer Gert Falch Heiberg (1871-1944) zurück. Er war Gutsbesitzer in Amla in Kaupanger und außerdem ein leidenschaftlicher Sammler. Um 1900 begann er, Bauernantiquitäten aus Sogn und Werkzeuge aus ganz Norwegen zusammenzutragen - der Anfang seines Lebenswerkes und des Heimatmuseums in Sogn.

Etwa zeitgleich gründete Hans Aall das Heimatmseum Norsk Folkemuseum in Bygdøy bei Oslo und Anders Sandvig rief De Sandvigske Samlinger, Maihaugen, in Lillehammer ins Leben. Man kann diese drei Männer daher als Pioniere bei der Entwicklung der Freiluftmuseen Norwegens bezeichnen. Das Land wurde zu dieser Zeit von einer Welle der Modernisierung erfasst. Alte landwirtschaftliche Werkzeuge wurden durch modernere ersetzt und neue Bauweisen setzten sich durch. Auch die Kommunikationsmöglichkeiten und die sozialen Verhältnisse änderten sich. Die Zeit um 1905 war darüber hinaus von einer starken nationalen Bewusstseinsbildung und zunehmender eigener Wertschätzung der ländlichen Kultur geprägt. Dies war der Nährboden für die Heimatmuseen Norwegens.

Im Jahr 1909 vermachte Heiberg die ursprünglich private Sammlung dem neu gegründeten Verein für Heimatgeschichte in Sogn. Sie umfasste zu dieser Zeit u. a. 3.000 Gegenstände, ein Haus und einen Runenstein. Heiberg errichtete das Museum auf seinem Hof in Amla und leitete es bis zu seinem Tod selbst. Bereits 1905 entstand ein eigens für diesen Zweck erbautes Museumsgebäude. Im Jahr 1934 kam ein größeres Gebäude für Boote und die Werkzeugsammlung hinzu. Zwischen 1905 und 1945 wurden 17 Häuser aus verschiedenen Orten in Sogn nach Amla versetzt, und es entstand eine Art Museumspark. Als Heiberg starb, hatte er fast 20.000 Gegenstände katalogisiert – in seiner charakteristischen, ordentlichen Handschrift.

Nach Heiberg leitete sein ehemaliger Assistent Svein Vold das Museum von 1945 bis 1980. Vold sah mit der Zeit ein, dass sich das Museum in Amla aus Platzgründen nicht weiter entwickeln konnte. In den 1960er Jahren begann die Planung für ein neues Museumsgelände in Vestreim, und in den 1970er Jahren wurden die ersten Häuser dorthin versetzt. Im Jahr 1981 wurde die Museumsanlage inklusive neuem Hauptgebäude für das Publikum freigegeben und 1984 von König Olav V offiziell eröffnet.

Zu der Museumsanlage in Vestreim gehört auch das direkt am Fjord gelegene Sogn Fjordmuseum in Kaupanger. Das Museum besitzt darüber hinaus einige kleinere, sich noch an ihren Originalstandorten befindende Objekte: Elvhaug im Ortszentrum von Sogndal, der landwirtschaftliche Kleinbetrieb Eidet, die Mühle in Stedje und die Sägerei Tingastadsagi.