Haugastova DHS museum

Haugastova

Dieses Wohnhaus hier stammt vom Hof Haugen in Krundalen Jostedalen und wurde im 1700 Jh. errichtet. Eigentlich ist es ein Blockhaus, welches aber außen mit Holzpanelen verkleidet wurde. Im 18 Jh. kam noch ein Dachgeschoss dazu, welches zu dieser Zeit für diese Region recht ungewöhnlich war.
Als Mitte des 17 Jh. in der Region Sogn Rauchöfen und Abzugsloch durch Schornsteine ersetzt wurden, konnte man beginnen, mehrgeschossig zu bauen. Bei einem Blick in die Stube fallen einem aber auch noch andere Sachen auf, die gleichzeitig mit dem Schornstein kamen, wie z.B. Holzfußboden und große gerahmte Fenster. Die wandmontierten Bänke wichen Stühlen, die rings um den langen Tisch gestellt worden. Aber noch immer steckte jeder seinen Löffel nach dem Essen zwischen die Balken in der Wand. Und da der Rauch nicht mehr die Stube einrußte, kam allmählich der Drang diese mit Rosenmalerei und Schnitzereien zu schmücken. Ein schönes Beispiel dafür ist der Schrank in dem die Hausfrau ihre Sachen aufbewahrte.

Es ist merkwürdig , wenn man sich denkt , was für Menschen mit den unterschiedlichsten Schicksalen hier durch mehrere Jahrhunderte hinweg wohnten, bis dann das Haus um 1960 verlassen wurde. Hier haben sie gelebt mit ihren Sorgen und Freuden. Und die Stube wurde für alles möglich genutzt. Abends saßen die Männer bei Licht und Wärme vom Ofen und reparierten ihre Werkzeuge, während die Frauen Essen machten, spannen oder webten. Hier wurden Kinder geboren und hier starb man.

Heute ist die Stube so eingerichtet, wie die Leute in der 2. Hälfte des 18. Jh. wohnten. Damals waren es Sjur und Kari , die hier lebten. Als sie heirateten war sie 19 und er 38 Jahre alt. Sie bekamen 5 Jungs , die alle Bauern wurden. 1902 übernahmen der älteste Sohn Hallvard und seine Frau Anna den Hof. Diese bekamen 10 Kinder. Sie können die Nähmaschine von Anna am Tisch sehen. Eine Ziege musste verkauft werden , um genügend Geld fuer den Kauf der Nähmaschine zusammen zu bekommen. Man bekam sie von einem Schneider. Anna war eine gute Näherin und konnte fast alle Kleidung selber nähen und weben. Der Webstuhl steht heute oben auf dem Dachoden.

An dem einen Fenster steht das Schiebebett, dass bei Bedarf für den Bauern, die Bauersfrau und sogar ein paar Kindern Platz gab. Fragen Sie sich, warum die Betten so kurz waren? Das ist, weil sie damals mehr saßen als lagen; auf Stroh und Wolldecken und mit großen gestreiften Kissen als Rückenstütze. Die Kleinsten lagen in der Wiege und die größeren Kinder teilten sich die Betten in den Kammern.
Die Kammern dienten auch als Schlafzimmer für Hofgehilfen oder Gäste. In diesem Haus hier, nahm man aber den Dachboden für die Gäste.

Sie können gern hoch auf den Boden gehen, aber seien Sie vorsichtig; die Treppe ist ein wenig unangenehm, wenn man nicht so gut zu Fuß ist. Auf dem Weg nach oben , können Sie eine Luke sehen. Da kroch man hinaus , wenn man die Schornstein fegen oder dass Dach abdichten musste. Im großen Raum hier oben stehen die Gästebetten und Truhen für Kleidung und andere Sachen. Alle jungen Mädchen sollten übrigens eine solche Truhe haben, in der sie ihre Aussteuer sammelten bis sie heirateten und ein eigenes Heim hatten.

Ach und noch etwas, wenn Sie jetzt wieder das Haus verlassen, schließen Sie doch bitte die Tür , so dass die Hühner nicht reinkommen können. Richtig - deshalb ist die Tür auch zweigeteilt, damit Luft und Licht reinkommen konnten, und die Tiere draußen und die kleinen Kinder drinnen blieben.

aus die audioguide: