Aberglaube

Ausstellung

Das Museum besitzt eine große Sammlung von Gegenständen aus allen möglichen Lebensbereichen. Sie werden im Hauptgebäude auf drei Etagen ausgestellt. Hier gibt es Geräte und Werkzeuge aus traditioneller Landwirtschaft und Handwerk sowie Schränke, Truhen, Kästchen und anderes Inventar aus unterschiedlichen Zeiten und sozialen Umgangskreisen. Es gibt Kleidung und Stoffe verschiedener Epochen und nicht zuletzt eine Sammlung von Kleinodien aus den alten Kirchen der Region. Einzigartig ist die Ausstellung „magischer” Gegenstände in Verbindung mit traditioneller Volksmedizin. Die Ausstellung umfasst außerdem Geräte und Utensilien zum Kochen, Backen und Brauen sowie einen Lebensmittelladen und Werkstätten, wie sie früher überall entlang des Sognefjords zu finden waren. Eine eigene Abteilung zeigt „Kindheit” im Laufe eines Jahrhunderts, um 1900 und im Jahr 2000.

Aberglaube

In der Bauerngesellschaft war der Aberglauben weit verbreitet. Man glaubte an die huldra (Elfe oder Waldgeist) und andere übernatürliche Wesen. Bei Krankheit musste man sich größtenteils selbst helfen. Im Museum gibt es zahlreiche Ausstellungsstücke zur Volksmedizin. Symbole mit vermeintlicher schützender Wirkung finden sich auf vielen Gebrauchsgegenständen.

Zauberbücher
Das Museum besitzt fünf handgeschriebene Zauberbücher mit magischen Rezepten und Formeln. Sie stammen vermutlich aus dem 18. und 19. Jahrhundert und kommen aus Aurland, Amla, Ølmheim, Hafslo und Balestrand.

Magische Steine
Bergkristalle wurden zur Heilung von Krankheiten am Euter von Kühen herangezogen und sollten auch gegen Milch mit unangenehmem Beigeschmack helfen. Andere magische Steine hießen Torelo, Jordlo oder Skotlo.

Primstäbe
Der Prim- oder Kalenderstab ist sowohl ein Kirchen- als auch ein Bauernkalender aus dem 16. Jahrhundert. Die dort eingetragenen Tage sind an Themen aus Religion, Wetter oder Arbeitsleben geknüpft.

Flusi und andere heilende Messer
Im Buch „Norwegische Märchen” von Asbjørnsen und Moe kann man die Sage über den Schmied in Bjedla nachlesen, der mit dem Trollschwert Flusi den Troll von Lundamyr tötet. Danach hatte das Schwert heilende Wirkung, besonders bei Tieren. Zwei weitere „heilende Messer” gab es in Lærdal. Darüber hinaus gab es in Hafslo einen Kriegshammer und im Jostedalen einen Schlüssel, den draugslagnøkkel, mit entsprechenden Heilkräften.

Bärenpfote
Der Bär spielte im Volksglauben eine wichtige Rolle. Besonders schwangere Frauen mussten sich vor ihm in Acht nehmen. Die Bärenpfote wurde als Hilfsmittel bei schwierigen Geburten verwendet.